Jahreszeitliche Arbeiten mit der Dadantbeute

Hier beschreiben wir die Arbeiten mit einer Dadantbeute modifiziert oder auch U.S. genannt

Das Bienenjahr beginnt nicht im Januar,

sondern ab August nachdem das letzte mal Honig geerntet wurde. Je nach Witterung und Standort kann diese Phase ein paar Wochen abweichen. Der Jahreszyklus ist abhängig vom Futterangebot, welches die Bienen in der Umgebung finden. Die Bienen richten sich dann ab August auf den Winter ein. Sie entledigen sich von den noch vorhandenen Drohnen. Drohnen würden nur Futter verbrauchen und hätten keine Aufgabe im Bienenstock.

 

Nur ein kleiner Teil der Bienen wird den Winter überleben. Ab August wachsen auch nicht mehr die sogenannten Arbeiterinnen heran, sondern es schlüpfen Winterbienen die eine verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen. Sie sorgen dafür, dass die Königin nicht erfriert. Die letzten Arbeiterinnen tragen noch Honig ein, welches als Vorrat für den langen Winter dient. Deshalb ist es auch die Zeit, in dem der Imker hinzufüttert. Idealerweise mit einer Zuckerlösung im Verhältnis 2:1. Die Dadantbeute hat nur einen Brutraum. Dieser ist jetzt mit bis zu 11 Waben bestückt, damit die Bienen genügend Platz haben, um die Vorräte einzulagern. Neben der Fütterung ist es auch die Jahreszeit, in welcher die Varroakontrolle durch hinzugeben der Windel bzw. Varroareduzierung durch verdampfen von Ameisensäure erfolgt.

Bis zum Juli ist es noch möglich einen Kunstschwarm zu bilden.

Ab August würde ein Kunstschwarm wahrscheinlich den Winter nicht überleben. Dann hat der Imker mehr oder weniger Pause und braucht sich bist zum Dezember nicht wirklich um die Bienen zu kümmern. Man schaut nur ob der Deckel von Herbststürmen verschoben wurde und ob die Beute einen ordentlichen Eindruck macht. Das Anflugbrett kann weggenommen werden und ein Fluglochkeil von 7-8mm eingesetzt werden. Ein Mäusegitter ist dann nicht zwingend erforderlich.

Varroakontrolle

Im Dezember sollte der Imker eine weitere Varroakontrolle durchführen und in der brutfreien Zeit wenn die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen eine Oxalsäurebehandlung durchführen. Diese sollte in die Stockkarte vermerkt werden. In der Winterzeit hat der Imker natürlich weitere Aufgaben. Diese sind Bienenwachskerzen herstellen, weiteren Honig abfüllen, falls dieses wieder erforderlich sein sollte. Rähmchen werden vorbereitet und mit Mittelwänden versehen. Ab und zu werden die Beuten nur von außen besichtigt. Der Brutraum bleibt unangetastet!

Im Februar wird bei schönem Wetter eine Futterkontrolle durchgeführt

Vorsichtig wird der Deckel geöffnet und man schaut sich die letzten 2-3 Rähmchen an und prüft ob noch genügend Futter vorhanden ist. 2-3kg Futter benötigen die Bienen schon noch bis zum Frühjahr. Eine Gewichtskontrolle der Beute kann ebenfalls durchgeführt werden um einen Anhaltspunkt des Futtervorrates zu erlangen. Um es den Bienen noch leichter zu machen empfiehlt es sich, den Beutenboden von toten Bienen zu befreien. So gelangt mehr Sauerstoff in die Beute und die toten Bienen versperren nicht das Flugloch. Hierzu kann man die Beute kurz zur Seite stellen und den Beutenboden auskippen.

Manche verwenden einen Kehrbesen um nicht die ganze Beute zu verstellen. Hier wird die Beute nur auf einer Seite angehoben und der Beutenboden wird abgefegt. Sollte es zu kalt sein und der Bien sich noch in der Wintertraube befinden sollten wir diesen Vorgang verschieben. Im Frebruar kann es nochmals deutlich unter 0°C gehen. Deshalb schieben wir zur besseren Wärmeregulierung die Windel ein, damit sich die erste Brut besser versorgen lässt. An einem schönen Tag machen die Bienen ihren ersten Reinigungsflug und entleeren den Darm. Gelbe flecken finden sich jetzt meist auf Wäsche die wohl im Garten zum trocknen aufgehangen wurde.

Ende Februar – bis Ende März,

je nach Wetterverhältnissen wird jetzt geschiedet! Dies ist eine wichtige Aufgabe bei der Dadant- Betriebsweise. Zum einen wird das Volk da es jetzt kleiner geworden ist zusammen gerückt. Jetzt können sich die Bienen auf weniger Fläche ausbreiten und haben es leichter den Nachwuchs zu versorgen. Die Königin ist nicht überfordert, um auf zu vielen Waben ihre Eier abzulegen und die Bienen haben weniger Möglichkeiten falls es ein Trachtangebot gibt Honig in leere Waben einzulagern. Dies ist erforderlich, damit die Bienen später den Honigraum annehmen. Beim Schieden entnehme ich jetzt die Futterwaben 2 und 11 komplett. Die Mittelwände 1, 8, 9 und 10 werden hinter das Schied gehangen und das vorhandene Futter wird leicht angeritzt.

Jetzt übertragen die Bienen den noch vorhandenen Honig hinter dem Schied in die noch verbleibenden Mittelwände 3-7. Nachdem das erfolgt ist, werden die leeren Mittelwände auch komplett entfernt und können eingeschmolzen werden.Die Mittelwände mit Brut werden nicht umgelagert, sondern nur an den Rand geschoben. Im späteren Verlauf werden je nach Bedarf neue Mittelwände hinzugegeben. Diese positioniere ich, in dem ich die 1. neue Mittelwand hinzugebe auf Position 2. Spätere dann nur noch auf Position 3. Zusätzlich erhält das Volk an letzter Position vor dem Schied einen Drohnenrahmen. So werden jedes Jahr mindestens 3 alte Waben herausgeholt und mit neuen Mittelwänden ersetzt. Eine erfolgreiche Wabenhygiene ist dann automatisch mit eingeschlossen.

Ende März – Anfang April

schauen wir uns in der Natur um. Die Weide, Magnolie und Forsythie blühen. Der Frühling kommt jetzt ganz groß raus. Es ist nicht mehr lange bis das die Kirsche und der Löwenzahn blüht. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um den ersten Honigraum zu geben. Hier sollte unbedingt darauf geachtet werden, das Absperrgitter zu verwenden. Dieses sorgt dafür, dass die Bienenkönigin im Brutraum bleibt und dass so keine Brut im Honigraum angelegt wird. Ein Drohnenrahmen wird gleich mit dem ersten Honigraum unmittelbar vor dem Schied gebracht. Dieser sollte jetzt alle 14 Tage kontrolliert und geschnitten werden.

Den zweiten Honigraum geben wir, wenn der erste Honigraum bis zur Hälfte gefüllt ist. Der neue Honigraum wird einfach oben rauf gesetzt. Auf keinen Fall sollte der neue Honigraum unter den ersten gegeben werden. So könnte es Probleme mit dem Wassergehalt geben. Sollte man noch keine ausgebauten Honigräume vom Vorjahr verwenden können und die Mittelwände noch ganz neu sind, empfiehlt es sich, den Honigraum schon etwas früher aufzusetzen. So können die Bienen den Honigraum schon ausbauen. Ein kleiner Trick der auch schon mal hilft, wenn man nur neue Mittelwände hat, ist es eine Honigwaabe für 2 Tage in den Brutraum zu hängen um diesen dann wieder in den Honigraum zu geben. In der kurzen Zeit ist es unwahrscheinlich, dass die Honigwaabe bestiftet wurde.

 

In ca. 4 Wochen um Anfang Mai

, kann die erste Honigernte erfolgen. Wir machen das so: Wir arbeiten mit einer Bienenflucht. Wir nehmen jetzt einen dritten Honigraum und setzen diesen nach unten direkt über das Absperrgitter. Zwischen dem dritten und ersten Honigraum legen wir die Bienenflucht ein. So können die Bienen in Richtung Königin wandern und haben aber ausreichend Platz. Am folgenden Tag können wir die Honigräume fast Bienenfrei herunter nehmen. Unsere Bienen dürfen dann auch schon den neu gegebenen Honigraum weiter ausbauen. Würde man die Honigräume einfach wegnehmen, würden sich auf einmal zu viele Bienen in einem Raum befinden. Wurden die zuerst gegebenen Honigräume geschleudert, können diese wieder auf die Beuten gegeben werden. Es ist ja meistens noch Tracht vorhanden.

 

Sollte eine Trachtlücke entstehen, haben die Bienen die leer gewordenen Honigräume noch zum ausschlecken. Anfang bis Ende Mai ist auch die Zeit in denen wir die Ableger bilden. So nehmen wir den Druck aus dem Volk. Zum einen erzielen wir direkt eine Varroareduzierung und es gibt den Bienen wieder mehr Raum. So konnten wir bislang ein Schwärmen der Völker verhindern. Jetzt ist auch der Zeitraum wo wir mit neuen Mittelwänden erweitern. Diese geben wir immer an die Position 3 im Brutraum. Alle 14 Tage geben wir eine neue Mittelwand, bis dass wir den Brutraum bis zu 10 Rähmchen erweitert haben. Ein Augenmerk auf Schwarmstimmung ist in diesem Monat unbedingt einzuhalten. Wir erkennen diese schon meist am Drohnenrahmen und zwei weiteren Brutrahmen. Finden wir Weiselnäpchen werden diese gebrochen.

Ein weiterer Monat ist vergangen

und wir ernten Anfang bis Mitte Juli ein weiteres mal. Jetzt finden die Bienen die Linde als überwiegende Tracht. Nach dem Schleudern setzen wir die Honigräume noch für ein bis zwei Tage zum trockenschlecken auf die Beuten, damit wir die Waben sauber über den Winter einlagern können. Danach müssen die Bienen unbedingt gefüttert werden. Jedes Volk erhält jetzt ungefähr 3-5kg Futter in Form von Sirup oder Flüssigfutter im Verhältnis 2:1.Nach der Fütterung werden die Bienen mit Ameisensäure gegen die Varroa behandelt.

August – September

Nach der Ameisensäurebehandlung füttern wir ein zweites mal. Sollten wir mit einem Volk unzufrieden gewesen sein, wird dieses durch uns umgeweiselt. Neue Königinnen werden jetzt gut angenommen, da sich die Arbeiterinnen schon von den Drohnen befreit haben. So haben sie keine Möglichkeit sich selber eine neue Königin nachzuschaffen. Jetzt schon hat das neue Bienenjahr begonnen und wir nutzen den Rest des Jahres um Vorbereitungen für das kommende Jahr zu treffen. Der geerntete Honig wird weiter bearbeitet, abgefüllt, vermarktet. Mittelwände werden gegossen, Kerzen hergestellt u.s.w.